Garitz im Reich der Mitte

"Garitz im Reich der Mitte" lautete das Motto der Elferratssitzung des BTC Garitz, die an zwei Tagen karnevalistische Hochstimmung in die Turnhalle zauberte.

Mit der 53. und 54. Elferratssitzung in der 41. Session hat der BTC Garitz einen Generationenwechsel geschafft. Souverän eroberte der neue Sitzungspräsident Christian Rüth den Stuhl zwischen den Elferräten und die Herzen der Gäste.

Die Saalestadt bleibt wichtigster Stichwort- und Mottogeber für die BTC-Sticheleien. Von Garitz aus gesehen steht man halt über den Dingen und da lässt sich leicht spotten über die vielen geplatzten Seifenblasen.

Schon das Bühnenbild, gestaltet von Axel Dürheimer und Reinhold Dörschmidt, entführte hinter die geheimnisvollen Palastmauern von Peking und entlockte den Gästen ein Ah und Oh. Weder an Kostümen, an Technik noch an musikalischer Umrahmung mit der FFw-Jugendkapelle und dem Rot-Kreuz-Orchester wurde gespart, und sogar die Speisekarte war auf das Motto des Abends abgestellt.

Doch im Mittelpunkt stehen immer noch die Kreativen in der Bütt. Etwa Johanna Keuls Anspielungen auf China, Equador und Eigentor oder Eberhard Gräf mit "frischen Erinnerungen eines Pensionärs".
Den Einstieg in das über vierstündige Programm machte Nico Sauer als "Großer Vorsitzender". Wortgewandt blickte er auf Welt- und Bundesereignisse zurück: So ließ er den Pontifex medial und viertelstündlich sterben, "Wir sind Papst" hochleben, Stoiber in München abspringen und dort wieder landen und definierte VW als Viagra & Weiber. Seine spitzen Pfeile entstammten der Feder von Bernd Holzheimer, der seinen Wilhelm Tell gesundheitsbedingt ausfallen lassen musste und in Nico Sauer mehr als einen Ersatz fand.

Garitz im Reich der Mitte

"Konfuzius der Weise" alias Benedikt Lüth entfühlte die Gäste in die Weisheiten des Felnen Ostens, daruntel: "Wil aus dem Leich del Mitte alles nahmen, was wil umsonst bekamen." So ist die DCFA vellolen, denn es fehlen die Sponsolen, auch der Fülstenhof als Wellness-Welt scheitelte an Antlägen und am lieben Geld. Sein Lat an die Kissingel Lakozcy-Blunsel: "Sagt was ihl wisst, immel elst wenns sichel ist!" Beifallstülme elzeugte del edle Mandalin mit seinem Schluss, denn die Galitzel sind weißel noch als Konfuzius.

Die Aktionsgruppe des BTC unter der Leitung von Robert Stadtmüller - brillierte als chinesischer Staatszirkus, entführte in die magische Welt der Schlangenmenschen, trieb den Gästen mit einem Bauchmarionetten-Theater die Lach-Tränen in die Augen und vermittelte mit dem Kurz-Musical "Auf nach China" einen tiefen chinesischen Einblick.

Auch die beiden Garden des BTC präsentierte optische Leckerbissen. Die Nachwuchsgarde mit einem Medley aus Fußball-Stimmungshits, die große Garde mit ihrem Gardetanz der Session und einem Showtanz als Medley bekannter 70er-Jahre-Hits. Traditionsgemäß beendeten die "BTC-Sänger" die erste Runde, die mit "Skandal um Rosi" und den Text "Chantal, Chantal da rührt sich was, in der Kissinger Straß" den Kracher landeten.

Garitz im Reich der Mitte

Mit voluminöser Oberweite ausgestattet zog Iris Scheit als Garitzer Reiseführerin die Blicke auf sich. Sie selbst suchte den "Quoten-Chinesen", der nach Laudenbachs Wunsch jedem Einwohner zugewiesen wird, "damit sich die Leute dran gewöhnen können".

Ein Größen angepasster Jörg Hertrich interessierte sich dann für die Garitzer Sehenswürdigkeiten, aber vor allem für beiden umwerfenden Argumente mit jeweils fünf Pfund. Wer gedacht hat, der OB sei in Equator, wurde eines anderen belehrt. In edlem Grau (,so das Haupthaar, der akkurate Schnurrbart und der feine Zwirn) stellte sich Laudenbach in die Garitzer Bütt, "wenn ich schon mal da bin". Doch entgegen seiner Gepflogenheiten legte er (alias Thomas Rüth) alle Zurückhaltung ab und die finanzielle Seite offen: Sie kommen gern aus Fern Ost, aber nur wenns nix kost. Doch da müsste man nicht so weit schauen, für den Fürstenhof hätte man selbst Investoren, die kostenlos einspringen würden.

Den Schlusspunkt setzte Michl Müller, der eigentlich nix sagen müsste. Nur sein Erscheinen lässt die Gäste gegen Mitternacht von den Stühlen springen und wenn dann noch ein "Buenos Dartes" die Turnhalle erzittern lässt, geht nochmals der Punk ab. Mit seinem "Quando, quando sag mir wann, kommen die Chinesen an" war sein Auftritt ein toller Abschluss einer tollen Sitzung.


Mainpost vom 24.01.2006

 

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