Göritzer Narren schicken Ex-OB Laudenbach bei Elferratssitzung zur Buße auf den Jakobusweg

Zwei Abende lang war die Turnhalle in Garitz wieder das Mekka der Fans des BTC. Auch diesmal wurden die närrischen Erwartungen nicht enttäuscht. Sie nähren sich von der prickelnden Konkurrenz der Garitzer zur Kissinger Kernstadt, die von den BTC-Akteuren liebevoll gepflegt wird.

Rüth dankt ab Auch bei den Elferratssitzungen Nummer 60 und 61 stand eine Garitzer Spezialität im Mittelpunkt: den „Kissinger Rakoczybrunsern“ zu zeigen, wo sie stehen – aus Garitzer Sicht. Im Sitzungsmotto „Garitz Olé – Kissingen Oh Weh“ spiegelte sich diese, diesmal spanisch angehauchte, Sichtweise wider. Dabei geht es nicht um das Abwatschen eines eh Unterlegenen. Vielmehr bietet die eigene Überhöhung die Chance, Schwachstellen der Stadt humorvoll aufzuzeigen. Das erklärt auch die Anziehungskraft der Sitzungen: Keiner will verpassen, was Rüth & Konsorten ans Tageslicht fördern. Stoff dafür gibt's genug, sonst würde keine fünfstündige, nie langweilige Sitzung entstehen, die weit nach Mitternacht mit begeisterten Gästen, überglücklichen Akteuren sowie erschöpften Helfern endet.

Lob für die free Handelsstadt
Axel Dürheimer schuf dem Motto folgend eine „Stierkampf-Arena“ als Bühnenbild, Jugendkapelle und Rot-Kreuz-Orchester sorgten für Musik. Die zwölf Mädchen der Nachwuchs- und BTC-Garde waren ein Augenschmaus, der Zeremonienmeister übte sein Amt mit Würde und Küsschen aus. In Garitz genießt man sogar die Ordensverleihungen an die Honoratioren, weil diese mit „Lob für die freie See- und Handelsstadt Garitz“ (OB Blankenburg), Ironischem zum „überquellenden“ Kirchenbesuch (Pfarrer Edwin Ziegler) oder Anspielungen auf das Beuteverhalten des BTC (Fidelia-Präsident Ralf Simon) zum Gelingen der Sitzung beitragen.

Moderator Christian Rüth hatte mit den eigenen Akteuren ein grandioses Unterhaltungs-Paket geschnürt. Nico Sauer als Dr. Manuel Fuentes und damit „Herr der Blutkonserven“ erlaubte er einen kritischen Blick in die Patientenkartei mit dem Privatpatienten Ackermann und dessen „Leistung, die Leiden schafft“ oder dem an „Ypsilanti“ erkrankten Roland Koch.

Auf dem Jakobsweg traf der „Göritzer Pilger“ Benedikt Rüth etliche Sünder und Selbstfinder. So war OB-Kandidat Alexander Zöller das Sündenpolster für Alfred Wacker, Robert Kiesel büßte für das unterfränkische Stoiber-Mobbing und Ex-OB Laudenbach verschaffte sich Absolution für nicht gehaltene Versprechen – mit fünfmal hin und zurück. „Pilger-Trainerin“ Iris Scheit präsentierte ein Trainingsprogramm für die Elferräte – mit dem Besinnungsweg als Trainingsstrecke und der BTC-typischen Dopingmethode: drei Kästen Bier für zwei Kilometer Gewaltmarsch!

Als „Los Muchachos“ präsentierten die BTC-Sänger fünf Beiträge, die alle das Prädikat hervorragend verdienten. Bekannte Melodien texteten sie um zum Abgesang auf die OB-Wahlen, zum Unesco-Welterbe „Dölleburch“ als schönster Stelle von Garitz, zur Stammtisch-Wanderung von Themis, über Porno-Heinz zur OMV-Bockwurst oder zu „Garitz als Wiege aller Kulturen“. Sie begeisterten mit ihren Liebeserklärungen an Garitz und vereinten den Saal bei „Laff noch ämoi mid mir durch mei Goridz“.

Garitz OleFür Kurzweil sorgten die drei Sketche der BTC-Aktionsgruppe mit ihren „Spanischen Souvenirs“. Höhepunkt waren der Play-Back-Auftritt von Placido Domingo und Cabale Montserrat, die unter der Dirigentschaft von Kay Blankenburg für Jubelstürme sorgten.

Als „Oleg aus Petersburg“ im Torero-Kostüm stand Thomas Rüth in der Bütt, dies seit 1969 zum 41. und zum letzten Mal. Als „Immobilov“ lobte er seinen guten Freund – als „kleine Mann mit dicke Locke und große Schnurre“ unschwer als Ex-OB Laudenbach zu erkennen – und machte einen Streifzug durch die russischen Liegenschaften wie Fürstenhof von der AWO (Alle wollen Oleg) oder dem Stadtschloss vom „Garitzer Streichler“ Johannes Köhler. Auf seinem Einkaufzettel stand noch der „Prachtbau von Regent“ und die „Schule von Amerika“ als Geschenk für den neuen OB „Blankenburg-owitsch“. Mit stehendem Applaus bedankte sich das närrische Volk bei Rüth für 41 Bütten-Jahre.

Aus dem Tal der Tränen führte der „Göritzer Dreggsagg“ Michl Müller die Gäste mit einem 20-minütigen Feuerwerk zum Höhepunkt der Sitzung, die mit dem Gemeinschaftschor Gondoliere von Goritz endete.

 

Mainpost vom 09.02.2009

 

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