Keine Ausweichmöglichkeit – Narren machen in ihrer Enttäuschung Stadt und OB verantwortlich

Närrisches Treiben fiel ins Wasser

Am Aschermittwoch ist alles vorbei? In Köln vielleicht. In Kissingen dagegen war diesmal schon am Faschingsdienstag um 14.13 Uhr alles vorbei. Bad Kissingens närrisches Treiben fiel wegen anhaltenden Regens ins Wasser. Zur großen Enttäuschung von Beteiligten und Publikum gab es diesmal allerdings keine trockene Alternative zum nassen Marktplatz. Früher waren für diesen Fall die Wandelhalle oder der Tattersall als Ausweichmöglichkeit vorbereitet.

Die Abordnungen von BTC Garitz und Fidelia Reiterswiesen sowie die begleitende Musik legten den kurzen Weg vom Rathaus zum Marktplatz am Dienstag nur zurück, um vom Podium aus zu verkünden, dass sie gleich wieder den Rückzug antreten würden.

Nass, kalt und glitschig
Bei glitschiger Nässe auf dem eigens aufgebauten Podium und bei feuchter Kälte war es den verantwortlichen Narren für sich selbst und für das Publikum nicht einfach nur zu ungemütlich. Auch das Risiko für die Gardemädchen schien ihnen einfach zu groß.

„Das war heuer wettertechnisch der Super-GAU.“
Thomas Hack, Pressesprecher der Stadt zu den Gründen der Absage

So blieb es bei der Kissinger Form des Straßenfaschings diesmal bei ein paar Takten Musik, ein paar närrischen Reimen von Stadtrat Johannes R. Köhler und ein paar Tanzschritten der beiden Garden. Die Schaulustigen, die in närrischer Erwartung den Weg auf den Marktplatz gefunden hatten, zogen bald wieder von dannen.

Dass sie nicht, wie aus früheren Jahren gewohnt, einfach die Wandelhalle oder den Tattersall als Ausweichmöglichkeit nutzen konnten, lasteten etliche Narren der Stadt und Oberbürgermeister Karl Heinz Laudenbach an. Der habe einfach kein Interesse am Fasching. Deshalb, so mutmaßten sie, biete die Stadt entgegen der früheren Übung für den Fall ungünstiger Wetterbedingungen keine Alternativen mehr an.

„Das war heuer wettertechnisch der Super-GAU“ – für Thomas Hack, den Pressesprecher der Stadt, liegt die Ursache des Problems dagegen eher in den besonders unglücklichen Umständen dieses einen Tages. Die Sache sei diesmal einfach „extrem blöd gelaufen“.

Am Vormittag hatte Petrus noch recht freundlich vom Himmel auf Bad Kissingen herabgeblickt. Kurz vor Beginn des närrischen Treibens setzte dann Regen ein.

„Extrem blöd gelaufen“

Am Oberbürgermeister jedenfalls habe es nicht gelegen. Es sei für die Stadt einfach ein großer Aufwand, zwei Bühnen vorzubereiten, eine am Marktplatz und eine in der Schlechtwetter-Alternative. Vor diesem Hintergrund habe die Stadtverwaltung nicht erst heuer, sondern bereits irgendwann früher festgelegt, dieser Aufwand sei zu groß, „eine Alternative lohnt sich nicht“. Im Grunde sei die Parole für alle Beteiligten deshalb bereits seit Jahren: „Entweder es findet draußen statt oder es fällt eben ins Wasser.“.

  
  

Mainpost vom 05.02.2008

 

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