Wie Florian Keßler vom BTC als Elferrat in Veitshöchheim die Fastnacht in Franken erlebt

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Mit Smoking in Veitshöchheim: Elferrat Florian Keßler (links) vom BTC Garitz.-Studio Franken/Franz Engeser
(Foto: BR)

Schon als Kind schaute Florian Keßler begeistert die Fastnacht in Franken. Damals ahnte er nicht, dass er mal live dabei sein würde. Seit drei Jahren sitzt der 31-Jährige im Elferrat in Veitshöchheim, entsandt vom BTC Garitz. Michel Müllers Auftritte machten es möglich, denn der ist Mitglied beim BTC. Wir sprachen mit Florian Keßler über seine Eindrücke und Erlebnisse bei der Fastnacht, auch darüber, was die Kamera für die Fernsehzuschauer nicht einfangen darf.


Frage: Herr Keßler, Sie waren heuer als Elferrat bei der Fastnacht in Franken dabei. War das für Sie der Höhepunkt Ihrer Narrenkarriere?

Florian Kessler: Ja. Ich war sehr stolz, als mich 2010 Benedikt Rüth fragte, ob ich als Elferrat nach Veitshöchheim gehen möchte. Heuer war es schon das dritte Mal.
Wie erlebten Sie die diesjährige Sitzung?

Kessler: Ich bin zwar schon routiniert, aber es ist auch anstrengend. Am Donnerstag ist Generalprobe. Der Elferrat muss um 13.30 Uhr vor Ort sein. Jeder bekommt seinen Orden und muss seine Zusage für die Veröffentlichung geben. Bei einer ersten Probe wird der Einzug des Elferrats geübt. Ab 17 Uhr geht es in die Maske. Nach der Generalprobe besprechen Akteure und Regisseur, was schief gelaufen ist.


Und was ist heuer schiefgelaufen?

Kessler: Bei einigen Elferräten waren die Schärpen etwas verdreht.


Wie läuft die Generalprobe ab?

Kessler: Mit Publikum. Die Plätze der Politprominenz sind mit Namen versehen. Bei der Begrüßung muss derjenige, der dort sitzt, aufstehen, damit die Kameras die richtige Einstellung finden können.


Wer beeindruckte Sie am meisten?

Kessler: Der Kameramann mit der beweglichen Kamera. Der rennt von einem Eck zum anderen, zwischendurch auf die Bühne, und das dreieinhalb Stunden. Der muss richtig was leisten. Von den Akteuren fand ich Oliver Tissot genial. Als Abschluss natürlich unseren Michl Müller. Generell war die Sendung dieses Jahr richtig gut.


Braucht die Fastnacht den Super-Narr?

Kessler: Nein. Es gibt genügend Nachwuchs in den Vereinen. Den Zungenbrecher hat der Super-Narr perfekt hingebracht, aber am Anfang hat er geschwächelt. Er war nervös.


Wie oft war der BTC Garitz schon im Veitshöchheimer Elferrat vertreten?

Kessler: 2007 durch Christian Rüth, 2008 gar nicht, 2009 durch Benedikt Rüth, seit 2010 durch mich.


Wer trifft die Auswahl dafür?

Kessler: Der Fastnachtsverband Franken. Der schreibt die Vereine an.


Wie kam der BTC dazu?

Kessler: Durch Michl Müller. Der trat schon als Kind bei den Garitzer Faschingssitzungen auf. Er ist natürlich Mitglied bei uns.


Gab es für Ihren Auftritt bei der Fastnacht eine neue Uniform?

Kessler: Ich habe zwei Smokings. Einen habe ich geerbt, den anderen habe ich 2010 gekauft.


Kostenpunkt?

Kessler: Ab 300 Euro.


Beim BTC trägt man schwarz?

Kessler: Ja. Jacke, Hose und Fliege sind schwarz, Hemd und Hosenträger weiß. Die Kappe stellt der Verein. Am Faschingsdienstag tragen wir keine Narrenkappe, sondern Zylinder und Frack.


Wo war Ihr Platz im Veitshöchheimer Elferrat?

Kessler: Ich war der Dritte von links.


Der Elferrat soll ja für Stimmung sorgen. Welche Möglichkeiten haben Sie?

Kessler: Wir animieren das Publikum zum Lachen und Klatschen. Selber müssen wir natürlich lächeln, freundlich sein und nicht müde wirken. Acht Kameras – das ist anstrengend.


Hatten Sie Lampenfieber?

Kessler: 2010 ja. Jetzt weiß ich, was auf mich zukommt.


Was durften die Kameras nicht aufnehmen?

Kessler: Es war sehr warm im Saal. Deshalb kam die Maske zwischendurch und hat die Elferräte abgetupft, damit sie nicht glänzen. Und die Pagen brachten immer wieder Nachschub zum Trinken. Da durften die Kameras dann nicht hinschwenken.


Wie fanden Sie das Publikum in Veitshöchheim?

Kessler: Sehr diszipliniert. Die meisten klatschten mit und blieben sitzen, also keine Rauch- oder Toilettenpause. Bei Michl Müller gab's dann Standing Ovation.


Wie ist das Publikum in Garitz?

Kessler: Temperamentvoller. Wir machen viel mit Liedern, da steht der Saal und singt mit. Die Politprominenz in Veitshöchheim ist zurückhaltender.


Durften Sie Familie oder Freunde mitnehmen?

Kessler: Nein. 2011 hatte ich mich für Karten für die Generalprobe beworben und hab vier bekommen. Die hab ich meinen Eltern gegeben.


Wie funktioniert die Kartenvergabe?

Kessler: Der Fastnachtverband und der Bayerische Rundfunk bekommen 250 der insgesamt 600 Karten. Die laden die Prominenz ein. Die restlichen 350 Karten kommen in einen Lostopf. Denn für die Aufführung gab es in diesem Jahr 10 000 Bewerber.


Haben Sie viel Humor?

Kessler: Ich denke schon. Aber Fasching ist ein sehr ernstes Thema. Tümpel Durst und Helau.

 


Mainpost vom 16.02.2012 (Das Gespräch führte Ursula Lippold)

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